CBD

Wie wird eigentlich CBD hergestellt?

Wie wird CBD hergestellt

CBD ist eines der vielen unterschiedlichen Cannbinoide, die in der Cannabispflanze enthalten sind. Das Cannabidiol (CBD) wird oftmals als Antagonist zum ebenso bekannten Wirkstoff THC bezeichnet.
Jedoch handelt es sich bei Cannabidiol um keine psychoaktiv wirkenden Substanz, die den Konsumenten keinen berauschenden Zustand durchleben lässt.
In den Fokus ist das CBD in erster Linie dadurch gerückt, dass Forscher sich von dem Wirkstoff der Cannabispflanze besonders viel versprechen. Das therapeutische Wirkpotenzial des Cannabidiols kann sich bei vielen Krankheiten voll entfalten.
CBD-Öle bestehen stets aus Cannabinoiden. Dabei handelt es sich um die verschiedenen Wirkstoffe, die die einzelnen Hanfpflanzen enthalten. Zu den bekanntesten Cannabinoiden gehören das Tetrahydrocannabinol (THC) und das CBD.
Im Vergleich zum THC entfalten Produkte mit Cannabidiol keine psychoaktive Wirkungsweise und gelten daher als sichere Substanz. Dies ist zuweilen ein wichtiger Grund, weshalb diese Produkte in Deutschland legal zugelassen sind.

Dennoch befinden sich in einigen CBD-Produkten geringe Mengen des THC. Dies ist insoweit legal, als dass der THC-Gehalt dabei unter 0,2 Prozent liegt.
Der Wirkstoff Cannabidiol kann bei vielen unterschiedlichen gesundheitlichen oder bei psychischen Problemen, wie Depressionen oder Angstzustände helfen.
Das Cannabidiol ist ein seit einiger Zeit in der EU frei verkäuflicher Wirkstoff aus der weiblichen Hanfpflanze. Im Vergleich zum THC ist dies nicht psychoaktiv und wirkt aus diesem Grund nicht berauschend. Eher werden diesem Molekül entzündungshemmende und entkrampfende Wirkungen nachgesagt. 
In der Cannabispflanze sind mehr als 480 bekannte Wirkstoffe und über 60 Cannabinoide enthalten. Bei den Wirkstoffen CBD und THC handelt es sind um wichtige Inhalts- und Wirkstoffe der Cannabis- beziehungsweise der Hanfpflanze, welche auf natürliche Weise angebaut wird. Diese Stoffe wirken unterschiedlich auf das endocannabinoid System des Menschen ein und haben daher auch verschiedene Effekte. Dabei gibt es bei der Wirkung viele Unterschiede, welche auch von der Herstellung abhängen. 

Das THC ist das am häufigsten in der Pflanze Cannabis vorkommende Cannabinoid sowie der psychoaktive Bestandteil des Marihuanas, was unter anderem bedeutet, dass es Auswirkungen auf die Psyche der Menschen haben kann. Dies wirkt daher vor allem berauschend und kann beim Anwender ein sogenanntes „High“ verursachen. In vielen Ländern gelten THC-haltige Stoffe meistens als Betäubungsmittel und sind deshalb in aller Regel illegal.
Das Cannabidiol ist das am zweithäufigsten in der Pflanze Cannabis vorkommende Cannabinoid. Das CBD-Öl hat keinerlei psychoaktiven Wirkungen und das THC ist lediglich in erlaubten Höchstmengen für den eigenen Bedarf gemäß der EU-Norm enthalten. Das Cannabidiol beeinflusst andere Rezeptoren wie Adenosin und Serotonin, diese können bei der Regulierung des Schmerzempfindens und der Körpertemperatur eine Rolle spielen und außerdem einen Effekt auf die bestehenden Entzündungen haben. Die Wirkstoffe THC und CBD interagieren im Organismus des Menschen, wobei ersterer Stoff die psychoaktiven Effekte des THC neutralisieren oder abschwächen kann.

Die CBD-Herstellungsformen

Es gibt unterschiedliche Wege, CBD-Öle herzustellen. Ein einheitliches Verfahren dazu gibt es in der EU jedoch derzeit noch nicht.
Jeder Hersteller entscheidet aus diesem Grund individuell, welches Verfahren er für das Öl am besten findet. Besonders bekannt ist dabei das CO2-Extraktionsverfahren, das von vielen Herstellern angewendet wird.
Dennoch dürfen in der EU ausschließlich zertifizierten Nutzhanfpflanzen für die Herstellung von CBD-Produkten genutzt werden. Die CBD-Öle dürfen ausschließlich einen bestimmten Gehalt an THC aufweisen. Jener THC-Wert darf in den Ölen nicht größer als 0,2 Prozent sein. Ansonsten ist das Cannabisöl illegal und darf daher nicht verkauft werden.
Zugleich müssen die Verkäufer vorweisen, wie viel THC in dem Öl enthalten ist. Wenn diese nicht von selbst ein Zertifikat liefern, sollte der Anwender ein solches beim Hersteller anfordern. Dabei heben sich die seriösen Anbieter von unseriösen sehr deutlich ab.
Um das CBD-Öl herzustellen, muss vor allem darauf geachtet werden, dass für die Herstellung nur Blätter oder Hanfblüten des weiblichen Nutzhanfs genutzt werden, die den geltenden EU-Normen entsprechen. Diese haben bereits von Natur aus einen hohen CBD-Gehalt und auch einen besonders niedrigen THC-Gehalt. Weil das Cannabidiol in einer Hanfpflanze lediglich in Form von CBDA-Säure vorkommt, muss die Extraktion mit anschließender Umwandlung in reines Cannabidiol vorgenommen werden.

Die Extraktion mit Kohlenwasserstoffen

Eine Extraktion mit Kohlenwasserstoffen wie dem n-Heptan ist eine der bekanntesten Methoden. Weil dabei der Naturstoff Cannabidiol nicht sehr gut wasserlöslich ist, sind paraffinhaltige Lösungsmittel eine optimale Wahl dafür. In einer besonderen Apparatur wird das pflanzliche Material immer wieder mit einem Lösungsmittel durchgespült, bis dies erschöpft ist. Dabei wird n-Heptan am Schluss abdestilliert und die letzten Spuren hiervon unter verringertem Druck entfernt. Dieses Verfahren ist bekannt und kann einfach bei der Herstellung durchgeführt werden.
Eine andere beliebte Methode zur Extraktion des Cannabidiols ist die Kohlenwasserstoffextraktion. Dabei sind die Kohlenwasserstoffe eine Klasse chemischer Verbindungen, welche aus Wasserstoff und Kohlenstoff bestehen. Verschiedene Kohlenwasserstoffe kommen zur CBD-Extraktion zur Anwendung. Dies sind Hexan, Butan, Naphtha und Propan.
Bei der Kohlenwasserstoffextraktion durchfließt der Kohlenwasserstoff das Material und extrahiert das Cannabidiol. Für die chemische Reinigung wird bei der Herstellung im Anschluss mithilfe von Wärme der Kohlenwasserstoff verdampft und dabei wird das Gas mithilfe von Vakuum abgesaugt und der CBD-Extrakt verbleibt.

Alkohole und Öle zur Extraktion des CBD-Wirkstoffs

Alkohole wie Methanol oder Ethanol können analog zu n-Heptan für die Extraktion verwendet werden. Da diese aber andere Lösungsmitteleigenschaften aufweisen, extrahieren sie nicht dieselben Substanzen aus dem Hanfmaterial. Mit der passenden Wahl des Lösungsmittels kann bei der Herstellung das Ergebnis positiv beeinflusst werden. Alternativ kann der Hersteller den Hanf in Pflanzenöl einlegen und auf diese Weise einen Direktauszug bei der Herstellung schaffen.
Bei der Ölextraktion wird das Cannabidiolextrakt mithilfe von Öl ausgezogen. In den allermeisten Fällen kommt Oliven, Traubenkern- oder MCT-Öl für die Herstellung zum Einsatz. Hierbei wird das pflanzliche Material zusammen mit dem Öl in ein Gefäß eingefüllt und im Wasserbad erwärmt. Dann wird die Mischung auf die Normaltemperatur gebracht und danach gefiltert.
Bei der Ölextraktion wird meistens ein Pflanzenöl verwendet, mit welchem die Cannabinoide bei der Herstellung extrahiert werden. Die Cannabinoide sind generell fettlöslich, deshalb kann der Hersteller diese mit einem Öl vermischen und es auf circa 100 Grad Celsius erhitzen. Das Cannabidiol löst sich daraufhin im Öl, sodass es weiterverwendet werden kann. Das pflanzliche Öl ist jedoch schnell verderblich und der Cannabidiolgehalt mit jener Extraktion fällt daher eher gering aus.

Die CBD-Herstellung mittels Lösungsmittelextraktion

Bei diesem Extraktionsverfahren mittels Lösungsmittel wird das Cannabidiol mit Ethanol gelöst. Die fein zerkleinerten Blätter, die den Wirkstoff enthalten, werden mit dem Lösungsmittel vermischt und so lange erwärmt, bis lediglich das CBD-Extrakt übrig ist. Jedoch wird hier nicht nur das Cannabidiol extrahiert, sondern zugleich das Chlorophyll, was für Menschen in hoher Menge schädlich wirken kann. Zugleich können Rückstände des Lösungsmittels enthalten sein, die stark gesundheitsschädlich sind.
Der Anwender muss sich daher genau informieren, welche CBD-Extraktion bei der Herstellung genutzt wird. So verwenden seriöse Anbieter die CO2-Extraktion.

Superkritisches Kohlendioxid zur CBD-Extraktion

Kohlendioxid ist generell ein Gas, welches unter Druck eine farblose Flüssigkeit ist. Wird es unter Druck erwärmt, wird dies superkritisch und kann sich wie ein Gas und zugleich wie eine Flüssigkeit verhalten kann. In jenem Zustand dringt das Gas problemlos in den getrockneten Hanfstoff ein und löst die hierin enthaltenen Wirkstoffe. So wird zum Beispiel das Koffein aus den Kaffeebohnen herausgelöst. Im Anschluss wird das Kohlendioxid und das feste Pflanzenmaterial bei der Herstellung herausgelöst und das Kohlendioxid verdampft. Der technologische Aufwand des Verfahrens ist jedoch sehr hoch.
So wird bei der CO2-Extraktion das Kohlenstoffdioxid genutzt.
Das Kohlenstoffdioxid bietet einen bedeutenden Vorteil. Dieses ist bei Zimmertemperatur gänzlich gasförmig, unter einem erhöhten Druck wird es jedoch flüssig. Für eine Extraktion fließt das CO2 deshalb unter erhöhtem Druck in flüssiger Form über die biologische Masse, um die einzelnen Bestandteile zu lösen. In jener Form fungiert das Kohlendioxid als Lösungsmittel für das CBD.

Dann wird es bei normaler Temperatur gänzlich gasförmig und dabei bleiben keine Rückstände in dem Extrakt, wie beispielsweise bei der Lösungsmittelextraktion. So bleibt nur das CBD-Extrakt mit allen Cannabinoiden, Flavonoiden und Terpenen übrig.
Jedoch ist die CO2-Extraktion recht teuer und ein schwieriger Prozess. Deshalb wird diese auch nicht für jedes CBD-Öl genutzt – trotz der guten Qualität. Dazu werden teure Geräte und das Wissen der Experten gebraucht, um das hochwertige Verfahren zur Extraktion verwenden zu können.
Es wird zwischen drei unterschiedlichen Klassen der CO2-Extraktion für die Herstellung des CBD-Öls unterschieden. Dies ist die super-, unter- und mittelkritische Extraktion.

Die superkritische CO2-Extraktion, welche auch als überkritische CO2-Extraktion bezeichnet wird, ist eine Art der Extraktion, bei welcher das Kohlendioxid über einem kritischen Punkt noch gasförmig besteht, jedoch so stark gedrängt, wie dies in flüssiger Form der Fall wäre. Das Kohlendioxid ist dabei gasförmig, aber bereits so dicht gedrängt, dass es nahezu flüssig ist. Dieser Moment, ehe das CO2 flüssig wird, wird als kritischer Punkt bezeichnet.
Um jenen kritischen Punkt zu halten, sollen bestimmte Temperatur- und Druckverhältnisse vorliegen. Jene Temperatur muss über 30,980 Grad Celsius und der Druck muss über 73,75 bar liegen, damit das überkritische Kohlenstoffdioxid entstehen kann.
Bei dieser Art der Extraktion für die Herstellung des CBD-Öls erhält der Hersteller den größten Ertrag, weil auch größere Moleküle wie Omega-6- oder Omega-3-Fettsäuren extrahiert werden. Jedoch werden bei dieser Art der Extraktion auch weitere Bestandteile, die empfindlich sind, zerstört. Phytocannabinoide und Terpene überstehen eine superkritische Kohlendioxidextraktion nicht.

Die mittelkritische CO2-Extraktion findet, in der Mitte der Druck- und Temperaturverhältnisse der unter- und superkritischen Extraktion statt. Häufiger verwendet bleibt allerdings die superkritische CO2-Extraktion.
Die unterkritische CO2-Extraktion wird zugleich kalte Extraktion genannt. Es wird dabei eine niedrigere Temperatur als bei der superkritischen Extraktion bei demselben Druck genutzt, sodass das Kohlendioxid flüssig wird, jedoch seine Eigenschaften als Lösungsmittel nicht gänzlich verliert. Die Temperatur liegt unter 30,980 Grad Celsius und der Druck liegt deshalb über 73,75 bar.

Durch jene kalte Extraktion dauert dieser Prozess länger als bei einer superkritischen Extraktion, hat jedoch einen wichtigen Vorteil. Durch die niedrige Temperatur werden zugleich empfindliche Bestandteile der Hanfpflanze erhalten, welche bei der hohen Temperatur abhandengehen würden.
Die CO2-Gesamtextraktion nutzt die superkritische Extraktion und zugleich eine unterkritische Extraktion. Dabei werden erst die empfindlichen Teile der Hanfpflanze wie pflanzliche Cannabinoide und Terpene über die unterkritische Extraktion ausgezogen. Hiernach folgt eine superkritische Extraktion des gleichen Hanfanteils, die größere und weniger empfindsame Bestandteile herausfiltert. Diese beiden Extrakte werden am Schluss zu einem gemeinsamen CBD-Extrakt vermischt.

Die Extraktion durch Erhitzung

Je größer die Temperatur ist, umso schneller ist die Extraktion beendet. Bei einer Temperatur von 210 Grad Celsius kann fast die komplette Substanz in einigen Sekunden umgewandelt werden. Einerseits ist jenes schnelle Verfahren optimal, da innerhalb kurzer Zeit eine große Zahl an Extrakt hergestellt werden kann. Allerdings hat die schnelle Methode einen erheblichen Nachteil. So werden bei diesen schnellen Extraktionen viele Inhaltsstoffe zerstört. Auf die Wirkung der Terpene kann es einen hemmenden Effekt haben. Die hierin enthaltenen Terpene haben allerdings eine wichtige Funktionsweise bei der pharmakologischen Wirkung. Damit eine Zerstörung und Verminderung dieser Inhaltsstoffe vermieden wird, wird die zweistufige Erhitzung verwendet. Jene Methode ist nicht so schnell wie eine einfache Erwärmung, dafür jedoch schonender.

Die Vorbereitung der Blüten zur Herstellung

Für die Herstellung erfolgt zuerst die Ernte der Hanfblüten. Der passende Zeitpunkt der Ernte bestimmt das Potenzial der Pflanze. Generell kann gesagt werden, dass bei zu später Ernte eine höhere Menge an Hanfblüten geerntet werden können, diese allerdings an Qualität meist eingebüßt haben. Bei den CBD-Blüten schwören die meisten Hanfzüchter darauf, dass diese Blüten besser ein wenig früher geerntet werden müssen, da die Hanfpflanze den CBD-Höchstwert vor dem THC-Wert erreichen kann. Dies ist allerdings nur eine generelle Regel und kann sich von Art zu Art unterscheiden.
Für die Herstellung von CBD-Öl werden vor allem die Blüten und die Blätter der weiblichen Hanfpflanze genutzt. In den Pollen bzw. Knospen auf den Blüten ist der höchste Anteil der Cannabinoide zu finden. Nachdem die Cannabis-Ernte erledigt ist, müssen die Teile der Pflanze schnell getrocknet werden, da die Pflanzen sonst in die Gefahr laufen, durch Schimmel angefallen zu werden. Für die Trocknung sind jene Bedingungen in einem trockenen und kühlen Raum mit einer guten Belüftung und wenig Licht optimal. Hier sollte die Ernte des Hanfes innerhalb von fünf bis sieben Tagen getrocknet werden.
Mithilfe von Wärme kann der Trocknung beschleunigt werden. Dies ist allerdings nicht zu empfehlen, da durch die Wärmeeinwirkung viele wichtige Inhaltsstoffe des Hanfes zerstört werden können. 

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